Repertoire

Bach, Johann Sebastian - Ach Gott und Herr

Bach, Johann Sebastian

 Ach Gott und Herr, 

wie groß und schwer 
sind mein begangne Sünden ! 
Da ist niemand, 
der helfen kann, 
in dieser Welt zu finden.
 
Lief ich gleich weit, 
zu dieser Zeit, 
bis an der Welt ihr Ende, 
und wollt los seyn 
des Kreuzes mein, 
würd ich doch solchs nicht wenden.
 
Zu dir flieh ich, 
verstoß nicht mich, 
wie ichs wol hab verdienet. 
Ach Gott, zörn nicht, 
geh nicht ins Gricht, 
dein Sohn hat mich versöhnet.
 
Solls ja so sein, 
daß Straf und Pein 
auf Sünde folgen müssen : 
so fahr hie fort, 
und schone dort, 
und laß mich hie wohl büssen.
 
Gieb, Herr, Geduld, 
vergiß die Schuld, 
schenk ein gehorsams Herze, 
daß ich nur nicht 
wie's oft geschicht, 
mein Heil murrend verscherze.
 
Handle mit mir, 
wie's dünket dir, 
durch dein Gnad will ichs leiden: 
laß nur nicht mich 
dort ewiglich 
Von dir sein abgeschieden.
 
Gleichwie sich fein 
ein Vögelein 
in hole Bäum verstecket, 
wenns trüb hergeht, 
die Luft unstet, 
Menschen und Vieh erschrecket.
 
Also, Herr Christ, 
mein Zuflucht ist 
die Höle deiner Wunden : 
wenn Sünd und Tod 
mich bracht in Noth, 
hab ich mich drein gefunden.
 
Darinn ich bleib, 
ob hie der Leib 
und Seel vonander scheiden : 
so werd ich dort 
bey dir mein Hort, 
seyn in ewigen Freuden.
 
Ehre sei nun 
Gott Vater, Sohn, 
und heilgen Geist zusammen ! 
Zweifle auch nicht, 
weil Christus spricht : 
wer glaubt, wird selig, Amen !

< vorige pagina